Fünf Fragen an Sandro dal Farra

Feb 20, 2026
Fünf Fragen an Sandro dal Farra

Sandro dal Farra, Bereichsleiter und ICT beim FC St. Gallen, ist unser Lunchgast im Februar 2026. Wir haben ihm fünf Fragen zu seinem digitalen Verhalten und den Digitalisierungsprojekten in seinem Bereich gestellt.  

Starten wir mit einer Selbsteinschätzung zu deinem eigenen digitalen Verhalten. Wo bist du im Alltag digitaler unterwegs als die meisten?

Ich gehöre zu den rund 5% der Schweizer Bevölkerung, die bereits rein elektrisch unterwegs sind. Mein Elektroauto ist für mich dabei weniger ein Fortbewegungsmittel als vielmehr ein 'Computer auf Rädern'. Die tiefe Integration von Software ist für mich im Alltag selbstverständlich geworden.

Welche Digitalisierungsprojekte setzt der FC St.Gallen 1879 zurzeit um? Was sind die Herausforderungen?

Unser Fokus liegt aktuell auf der Entwicklung einer Mobile-App. Die Vision dahinter ist: Die App soll die ultimative digitale Begleiterin für unsere Fans werden – vor, während und nach dem Spieltag.

Die grösste Herausforderung dabei ist die Komplexität der Integration. Wir wollen nicht nur Informationen liefern, sondern echte Mehrwerte schaffen: Ticketing, Merchandising, exklusiver Content, etc. müssen nahtlos in einer User Experience verschmelzen.

Für welche Angebote wünschst du dir (dringend) eine digitale Lösung?

Beruflich sind wir bereits sehr gut aufgestellt. Hier sind eigentlich alle notwendigen Werkzeuge vorhanden. Privat sehe ich jedoch noch grosses Potenzial: Ich wünsche mir eine lückenlose digitale Abwicklung des Alltags – angefangen bei der unkomplizierten Reservation im Restaurant bis hin zur komplett digitalen Koordination von Terminen, wie zum Beispiel beim Zahnarzt. Und mal ehrlich: Wann kann ich mein Portemonnaie endlich dauerhaft zuhause lassen?

Welche Risiken der Digitalisierung bereiten dir Sorgen?

Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Digitalisierung nicht nur Chancen, sondern auch Risiken birgt. Mein Ansatz ist jedoch proaktiv: Ich konzentriere mich auf die Stärken, während wir gleichzeitig versuchen, die Risiken durch moderne Sicherheitsarchitekturen und klare Prozesse zu mitigieren. Es geht darum, Resilienz aufzubauen, ohne die Innovationskraft zu bremsen.

Was sind digitale Trends, die du als über- beziehungsweise unterbewertet empfindest?

Überbewertet: Rein spekulative Hypes wie das „Metaverse" im Sinne einer kompletten Verlagerung des Lebens in VR-Welten halte ich momentan für überbewertet. Für uns als Fussballclub bleibt das physische Erlebnis im Stadion unersetzlich. Digitalisierung muss dieses unterstützen, nicht ersetzen.

Unterbewertet: Während die öffentliche Aufmerksamkeit bei KI oft an generativen Spielereien wie Textentwürfen oder Bildkreationen hängen bleibt, wird ihr eigentlicher Kern massiv unterschätzt. Das wahre, oft verkannte Potenzial der KI für Organisationen liegt in der tiefgreifenden Datenanalyse, der Prozessautomatisierung und einer signifikanten Steigerung der operativen Effizienz. Diese technologische Intelligenz im Hintergrund wird entscheidend sein, um komplexe Abläufe zu optimieren und echte Mehrwerte zu generieren.