Fünf Fragen an Ulrike Baumöl

Sep 7, 2026
Fünf Fragen an Ulrike Baumöl

Ulrike Baumöl ist Professorin an der Universität St.Gallen. Wir haben unserem Lunchgast im September 2026 fünf Fragen zu ihrem digitalen Verhalten und ihrem Forschungsbereich IT-Innovationen IT-Management und Business Engineering.  

Starten wir mit einer Selbsteinschätzung zu deinem eigenen digitalen Verhalten. Wo bist du im Alltag digitaler unterwegs als die meisten?

Das ist ja auch immer eine Frage der jeweiligen «bubble»: in meiner beruflichen bubble bin ich, glaube ich, irgendwo im Mittelfeld – meine Arbeit ist vornehmlich durch IT unterstützt, zudem ich beschäftige mich mit dem Einfluss von IT auf die Veränderung von Unternehmen (im Moment natürlich megaspannend) und muss dazu die Funktionsweise gut verstehen, und ich «spiele» entsprechend mit neuen IT-Werkzeugen. In meiner privaten «bubble» bin ich da wahrscheinlich etwas digitaler unterwegs als mein Umfeld und nutze auch für meine private Organisation alles, was mir das Leben erleichtert.

Mit welchen Aspekten der Digitalisierung befasst du dich als Professorin an der HSG?

Hier ist für mich die zentrale Leidenschaft, zu verstehen, wie IT und IT-Innovationen auf Organisationen als Ganzes wirken: Das aber immer ausgehend von dem Wert den sie für die Kund:innen schaffen können, im Sinne des aussergewöhnlichen Kundenerlebnisses, daraus können neue Geschäftsmodelle entstehen, die wiederum eine Transformation der Organisation auslösen. Die Logik ganzheitlich abzubilden und damit die Transformation steuerbarer zu machen, ist mein Ziel.

Wo sind für dich die grössten Chancen der Digitalisierung?

Den Wohlstand in der Gesellschaft unter verschiedensten Aspekten zu fördern und damit für die Gesellschaft einen Wertbeitrag zu leisten. Ich hoffe sehr, dass jenseits eines kompromisslosen Gewinnstrebens diese Dimensionen ganzheitlich in die Entscheidungen Eingang finden. Das ist allenfalls ein bisschen optimistisch, aber der erste Schritt muss gemacht werden, und wir könnten aus der Vergangenheit lernen – wir stehen ja nicht vor der ersten Revolution durch Technologieinnovationen.

Was sind deines Erachtens die grössten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und was benötigt es, dass wir diese meistern können?

Die grösste Herausforderung ist es, die Menschen mitzunehmen. Es gibt alle denkbaren Einstellungen und Meinungen, vor allem natürlich im Moment zu KI. Diese zu moderieren und den Menschen eine Perspektive zu geben, ist ein grosse Herausforderung: Einmal gefasste Einstellung lassen sich nicht gut ändern und diese zu kennen und aufnehmen, ist eine Kunst. Dazu braucht es Menschen, die Menschen mögen und sich damit auseinandersetzen wollen. Dann kann wahrscheinlich auch das Potenzial der IT umgesetzt werden.

Für welche Angebote wünschst du dir (dringend) eine digitale Lösung?

Eigentlich für alles, was mir das Leben leichter macht :-)… Angebote, die eine «one-stop» (also integrierte) Koordination von den Dingen des täglichen Lebens ermöglichen: Arbeitsprozesse, Handwerkerkoordination, Arzttermine, (Nach)bestellungen, Schnellzugriff auf Informationen (ohne Halluzinationen)… Das wäre dann so etwas wie eine «Ulrike’s Life-App», die mein persönliches Profil geschickt nutzt, ohne alle Daten umfassend öffentlich zugänglich zu machen.